Prof. Dr. Klaus Töpfer, Bundesbauminister a.D.

„Wir brauchen mehr Wärmepumpen!“

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„Wir kriegen jetzt die hohe Rechnung dafür, dass wir billige Kernenergie genutzt haben und diese Kosten treffen in der Zukunft diejenigen, die nie diese ‚billige‘ Energie genutzt haben“, betonte der ehemalige Bundesbau- und Umweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer im Rahmen der BDF-Technikertagung im STIEBEL ELTRON Energy Campus in Holzminden, „höchste Zeit an Lösungen für die Zukunft zu arbeiten!“

Zwei Tage lang diskutierten Experten der Baubranche über die Themen Fertighaus und Nachhaltigkeit. Die Ziele der Bundesregierung sind klar: Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung soll bis 2020 mindestens 35 Prozent und 2050 gut 80 Prozent betragen. Eine Herausforderung, der sich die Baubranche stellen muss. Wie leben wir – und viel wichtiger: wie wollen wir leben?

 

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Er diskutierte mit: Prof. Dr. Klaus Töpfer. „Die Gesellschaft, die 2050 auf der Erde lebt, wird keine Wegwerfgesellschaft sein“, ist sich der ehemalige Bundesbauminister und Umweltminister sicher. „Nachhaltigkeit muss auf der sozialen, der ökologischen, aber auch auf der ökonomischen Ebene stattfinden. Damit ist die Energieerzeugung und der -verbrauch ein entscheidendes Kriterium für Nachhaltigkeit.“ Und: Nachhaltigkeit wird das Denken der Menschen immer mehr prägen – und prägen müssen, so ist er sich sicher. „Letztlich geht es darum, dass die Grundbedürfnisse der Menschen auch in Zukunft befriedigt werden, die endlichen Ressourcen dabei aber nicht weiter belastet und ausgebeutet werden.“ Komfort trifft Nachhaltigkeit.

 

„Es findet ein Umdenken in den Köpfen der Verbraucher statt – Nachhaltigkeit ist das Zukunftsthema“

Der Nachhaltigkeitsgedanke wird auch das Konsumverhalten ändern, Regionalität wird in diesem Kontext immer wichtiger: „Es findet ein Umdenken im Kopf der Verbraucher statt – also in allen unseren Köpfen! Es wird schon heute immer wichtiger zu wissen, wo Rohstoffe herkommen und wie sie erzeugt werden – wir essen bewusster, wir bauen bewusster, wir leben bewusster.“ Ein Credo, dass der Energy Campus als DGNB-zertifiziertes-Gebäude bereits heute schon umgesetzt hat. Alle Baustoffe sind regional gefertigt und auch ökologisch abbaubar. Sieht so die Zukunft des Bauens aus? „Der Campus ist ein Beispiel dafür wie Energiewende zu gestalten ist. Eins steht meiner Meinung nach fest: Wir brauchen in Zukunft mehr Wärmepumpen.“, betont der ehemalige Umweltminister, „Wenn wir Energiewende wirklich wollen, dann müssen wir auch Mobilität und Wärme in ihrem Energiebedarf mitdenken.“

 

“EEG-Umlage auf alle Energieträger verteilen“

Und Töpfer argumentierte weiter: „Völlig unabhängig davon, dass STIEBEL ELTRON mit seiner Wärmepumpentechnik ein beispielgebendes Unternehmen dafür ist, wie die Sektorkopplung gemacht werden kann, bin ich der festen Überzeugung, dass wir dringend die Kosten der Energiewende weiter senken und vor allem auch anders verteilen müssen.“ Sein Denkanstoß: „Die EEG-Umlage auf alle Energieträger verteilen. Schließlich profitieren in Zukunft alle von einem Umbau des Energiesystems, der derzeit nur von einem kleinen Teil – nämlich denen, die jetzt schon auf die Elektrifizierung setzen – bezahlt werden muss.“

 

„Klimaschutz ist eine Chance!“

Der ehemalige Umwelt- und Bauminister warnte davor, die Klimaschutzziele über eine Verleugnung des Problems zu verwässern: „Wir sollten viel stärker kommunizieren, dass ein Handeln für mehr Klimaschutz keine Belastung ist, sondern eine riesige Chance!“ Er wies darauf hin, dass Deutschland längst nicht alleine sei auf seinem klimapolitischen Weg – international gebe es zahlreiche Länder, die ähnlich handelten. „Das ist ja auch wichtig“, so der Experte, „denn die Klimaschutzaktivitäten haben sich von einer Notwendigkeit, um die Umwelt lebenswert zu erhalten, zu einem Business Case gewandelt. die Energieversorgung von bald 9 Mrd. Menschen auf Erden macht wettbewerbsfähige Erneuerbare Energien zwingend erforderlich. Es geht auch um die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in der Marktwirtschaft!“

Dem Gelingen der Energiewende sieht Töpfer positiv entgegen: „Wir brauchen die Energiewende, auch aus ökonomischer Sicht, und damit als logischer Schritt in unserer Zukunft.“

Wie denken Sie über die Energiewende? Sind Sie schon ein #Energiewender? Schreiben Sie uns!

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