Wohnanlage Siegen, gut fürs Klima

Vom 30er-Jahre Bau zur Klimaschutzsiedlung

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Gedämmte Gebäudehülle, effiziente Wärmepumpen-Technik und renovierte Wohnungen: Die Wohnanlage in Siegen wandelte sich nach umfassenden Sanierungsarbeiten vom 30er-Jahre-Bau zur NRW-Klimaschutzsiedlung.

hans-georg-haut-von-der-wohnungsgesellschaft-siegen-und-stefan-kuepper-von-stiebel-eltron-im-technikraumEs sollte eine umfassende Sanierung werden: optisch, energetisch und auch demografisch. Hans-Georg Haut, geschäftsführender Vorstand der Wohnungsgenossen-schaft Siegen eG (WGS) wollte für seine Wohnanlage mehr als nur eine 08/15-Sanierung: „Die Gebäudehülle sollte ertüchtigt, die komplette Haustechnik erneuert und die Wohnung sollten soweit möglich altersgerecht saniert werden.“ Das Ergebnis ist vorbildhaft: Dank der energetischen Verbesserung der Gebäudehülle und vor allem der Installation einer Erdreich-Wärmepumpenanlage als Heizung sowie dem Einbau von kontrollierten Wohnraumlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung konnten die Nebenkosten drastisch gesenkt werden. Das wurde vom Land Nordrhein-Westfalen honoriert, es zeichnete das Objekt in der Siegener Charlottenstraße jüngst als „Klimaschutzsiedlung NRW“ aus. Auch wenn es bei den Klimaschutzsiedlungen schwerpunktmäßig um die Vermeidung von CO2-Emissionen geht, sollen sich diese über das innovative Energiekonzept hinaus durch besondere städtebauliche und soziale Qualitäten auszeichnen.

 

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So ist auch die Architektur der Siedlung entscheidend: In Siegen besteht das Gebäudeensemble aus drei Baukörpern, der mittlere ursprünglich vier- und nun fünfgeschossigen Bauten flankiert. „Dadurch, dass wir bei dem mittleren Bau das Dach komplett abgetragen und anschließend rund 1,50 Meter höher erzeugt haben, konnten wir neuen Wohnraum schaffen“, so Hans-Georg Haut. „Statt wie bisher insgesamt 80 haben wir jetzt 88 Wohnungen zur Verfügung.“ Teilweise wurden auch die Grundrisse verändert, im Mitteltrakt Aufzüge zentral installiert, einige Einheiten werden nun über Laubengänge erschlossen. In den Wohnungen standen neben der Erneuerung der Elektroinstallation sowie der optischen Sanierung vor allem das Badezimmer im Fokus der Sanierung. „Wenn möglich, wurden Bäder vergrößert, natürlich komplett erneuert, zum Großteil bodengleiche Duschen eingebaut“, so Haut.

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Um die energetischen Anforderungen des Landes NRW für die Einstufung als Klimaschutzsiedlung zu erreichen, war sehr früh klar, dass ein Wärmepumpensystem als Heizungsanlage zum Einsatz kommen sollte. Damit konnten die bestehenden Gas-Heizungen entfallen, was wiederum der Wohnraumvergrößerung zugutekam. In Abstimmung mit Stefan Küpper, Wohnungsbau-Experte von STIEBEL ELTRON, fiel die Wahl auf Erdreich-Wärmepumpen. Insgesamt bietet die aus drei WPF 66 bestehende Anlage eine Heizleistung von rund 200kW. Während in den neu geschaffenen Wohnungen eine Fußbodenheizung als Verteilsystem zum Einsatz kommt, werden in den anderen Bereichen Heizkörper eingesetzt. „Die wurden allerdings so großzügig dimensioniert, dass wir hier eine vergleichsweise geringe Vorlauftemperatur einsetzen“, erzählt Hans-Georg Haut von seinen Erfahrungen. Dabei spielt natürlich auch die Verbesserung der energetischen Qualität der Hülle eine Rolle: Die Fassade wurde mit einer 16 Zentimeter starken Dämmung versehen, die alten Fenster wurden gegen moderne mit einer Dreifachverglasung getauscht, zusätzlich sorgt in jeder Wohneinheit eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung dafür, dass kaum Wärmeenergie verloren geht – während eine gute Luftqualität garantiert wird.

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Die Warmwasserbereitung übernimmt ebenfalls zentral ein Blockheizkraftwerk – wobei nur ein Wärmekreislauf bedient wird, die eigentliche Trinkwarmwassererwärmung erfolgt über Wohnungsstationen dezentral in jeder Einheit. „Das ist hygienisch und abrechnungstechnisch eine sehr vorteilhafte Lösung“, so Hans-Georg Haut, „man braucht keine Legionellen zu fürchten, und die integrierten Wärmemengen- und Wasserzähler ermitteln genau, wie viel Wasser verbraucht wurde.“ Der Strom des Blockheizkraftwerks, das angesichts von 88 Wohnungen und dem damit einhergehenden großen Warmwasserbedarf auf sehr hohen Laufzeiten kommt, wird ebenso im Haus als Gemeinschaftsstrom genutzt wie der Ertrag aus der auf dem Dach installierten 60 Kilowatt großen Photovoltaikanlage. „Die Nebenkosten sind bemerkenswert niedrig und die Qualität und Komfort der Wohnungen ist um ein Vielfaches gestiegen“, zieht Hans-Georg Haut ein absolut positives Fazit der Sanierungsmaßnahme. Das finde auch seine Mieter ausgezeichnet.

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