Christian Brandes, smarter Blogger

Smart Home – so einfach geht Energiemanagement Zuhause!

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Bauingenieur Christian Brandes aus München bloggt im Photovoltaikforum über seine Erfahrungen in seinem STIEBEL ELTRON „Smart Home“. Sein Energiemanagementsystem steuert das Lüftungsintegralsystem LWZ und erhöht den Eigenverbrauch des PV-Stroms. Rückblick auf ein Jahr mit spannenden Zahlen und überraschenden Erkenntnissen.

Herr Brandes, Sie berichten regelmäßig im Photovoltaikforum über Ihre Erfahrungen mit Ihrer STIEBEL ELTRON Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und dem Energiemanagementsystem EMI in Kombination mit dem SMA Sunny Home Manager. Wie sind Sie darauf gekommen Ihre Werte im Haus zu dokumentieren?

STIEBEL-ELTRON-Lüftungssystem-LWZ-ist-effizient_Ein-ErfahrungsberichtDie Technik im Haus ist einfach wahnsinnig spannend und dabei herrlich unkompliziert! Was ich dazu sagen muss: Eine Technik, die ganz neu für mich war. Wärmepumpen? Kannte ich nicht. Holzofen plus Ölheizung war die gängige Technik im Heizungskeller. Da musste ich erstmal Google fragen und in Foren recherchieren. Jetzt schreibe ich selbst darüber, weil mich die Technik fasziniert und Heizung wirklich Spaß machen kann!

Seit 2014 wohnen meine Frau, meine Tochter und ich nun in einem KFW40-Haus mit einer 10 kWp-Photovoltaik-Anlage, die eine Ost-West-Ausrichtung auf unserem Flachdach hat. Das Haus wird von dem STIEBEL ELTRON Integralgerät LWZ 304 SOL geheizt und auch gekühlt – darin ist neben einer Luft-Wasserwärmepumpe auch ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung und die Warmwasserversorgung mit Speicher verbaut.

 

Was hat Ihnen damals Google über Wärmepumpen erzählt?

Das Erste was ich gelesen habe war: „Hilfe, Luftwärmepumpen funktionieren nicht richtig, ständig läuft der Heizstab.“ Ganz ehrlich: Das hat erstmal abgeschreckt, ist aber völliger Unsinn. Wenn die Wärmepumpe zur Heizlast des Hauses passt, dann ist eine Wärmepumpe die optimale Heizung. Gute Planung, Installation und Einstellung sind wichtig. Wir sind mit unserer STIEBEL ELTRON LWZ 304 SOL mehr als zufrieden.

 

Wie sind Ihre Erfahrungen mit STIEBEL ELTRON?

Unsere Technik im Haus funktioniert sehr gut. Einschränkungen in der Nutzung, dass das Wasser nicht warm wurde oder wir auf Komfort verzichten mussten, haben wir nie gehabt. Um mal in Zahlen zu sprechen: Wir haben im Jahr 2015 insgesamt circa 4000 kWh Strom verbraucht, inklusive dem Bedarf des Integralgeräts LWZ, das ca. 1000 kWh verbraucht hat. Insgesamt haben wir mehr als 50 Prozent selbst mit unserer Photovoltaikanlage erzeugt. Ich denke, so ein Ergebnis kann sich bei einer reinen Verbrauchsoptimierung ohne Akkus und Stromspeicherung sehen lassen.

Wir erhalten derzeit und die nächsten 20 Jahre circa 13,5 ct/ kWh Einspeisevergütung und zahlen derzeit 19 ct/ kWh für den gekauften Strom. Der Wärmepumpentarif hat sich für uns nicht gerechnet, wir nutzen normalen Ökostrom.

Verbraucherbilanzsteigerung_Brandes

Unsere Jahresbilanz 2015 hatte super Zahlen, obwohl wir Anfang des Jahres auf unserem Flachdach Schnee hatten. Aber Schnee schmilzt zum Glück im Frühling weg! Selbst ohne Akku sind wir dann im April 2015 auf eine Autarkie von über 70 Prozent gekommen. Unsere steuerbaren Großverbraucher, zum Beispiel unsere STIEBEL ELTRON Heizung, hatte einen PV-Strom-Anteil von 94 Prozent. Das ist klasse! Im Juni und Juli haben wir unser warmes Wasser zu 96 Prozent mit Photovoltaik-Strom erzeugt! Werte, die einen glücklich machen!

 

Heizen mit Wärmepumpe plus PV-Strom: Wie warm ist es in Ihrem Zuhause? Und wieviel Strom verbrauchen Sie?

Ich gebe es ehrlich zu, wir haben sicherlich mit dem „Fast-Passivhaus“ ein sehr dankbares Haus. Trotzdem sind die Messungen beeindruckend: Es gibt Tage mit Temperaturen bei 0 Grad in der Nacht und starkem Wind mit Schnee, da heizen wir so gut wie gar nicht mehr. Insofern läuft unsere Heizung nicht sehr viel.

Wie-funktioniert-Energiemanagement-im-Haus

Wer jetzt denkt, dass es frostig kalt bei uns ist, der irrt: Am Tag ist die Raumtemperatur auf gemütliche 22,5 Grad eingestellt, die EMI Erhöhung läuft derzeit auf 23,5 Grad. Nachts ist die Solltemperatur ein wenig geringer bei 21,5 Grad. Durch diese Einstellungen haben wir im tiefsten Winter nächtliche Wärmepumpen-Laufzeit von nur 2 Stunden – heißt mit anderen Worten: alle Laufzeiten sind auf den Tag gelegt. Gut für die Nutzung von Photovoltaik-Strom!

 

Neben Wärmepumpe und Photovoltaik-Anlage haben Sie auf ein Energiemanagementsystem wie EMI und ISG Web von STIEBEL ELTRON in Ihrem Haus gesetzt, warum?

Auch hier bin durch Online-Recherche darauf gestoßen: In Foren habe ich gelesen, dass der SMA Sunny Home Manager kombiniert mit EMI und dem ISG Web von STIEBEL ELTRON mit meiner STIEBEL ELTRON Wärmepumpe reden kann. Das musste ich mir genauer ansehen! Seit der Ersteinrichtung läuft alles von selbst – man bekommt von der gesamten Regelung nichts mit und kann sich um sinnvollere und lebensausfüllendere Sachen als PV-Strom-Optimierung kümmern (lacht). Natürlich muss man die Grenztemperaturen anfangs an seine Behaglichkeitsbedürfnisse anpassen. Das ist unkompliziert! Ist alles eingerichtet, bleibt dann nur noch, sich in einem warmen Haus zurückzulehnen oder warm zu duschen. Photovoltaik-Strom zu nutzen macht Spaß!

Energiemanagementsystem-EMI
Faszinierend: Der Sunny Home Manager hat mit der Zeit wirklich gelernt, wann die Peaks der Spülmaschine kommen. Bei unserem Programm sind zwischen Peak „Aufheizen“ und Peak „Trocknen“ ungefähr 90 Minuten Zeit. Diese Spanne wird bis auf wenige Minuten durch die Luftwärmepumpe ausgefüllt. Der hohe Anteil an Photovoltaik-Strom kommt auch dadurch, dass wir bei hohen Photovoltaik-Erträgen Räume bewusst etwas wärmer heizen, und so die Leistungsaufnahme der Wärmepumpe geschickt zur Steigerung des Eigenverbrauchs nutzen.

 

Gibt es Tage, die besonders spannend sind zu beobachten?

Wenn viele Wolken auf ein paar Sonnenlöcher treffen, wird es spannend. Dann wechselt der Ertrag der Photovoltaik-Anlage stark. Traumhaft war bei uns der Dezember 2015!

Wärmeleistung_WP_Brandes

Die Kombination Wärmepumpe plus Photovoltaik macht sich einfach bezahlt: Unsere Photovoltaik-Anlage schafft bei moderaten Temperaturen und Sonne im Winter, trotz einer sehr flachen Sonneneinstrahlung, circa 2,5 kW in der Spitze. Die Wärmepumpe konnte bei diesen guten Bedingungen immer noch den gesammten Bedarf mit dem Sonnenstrom decken. Dieses Ergebnis im Dezember hätte ich aufgrund der geringen Sonnenstunden und -einstrahlung in dieser Zeit nicht erwartet!

Monatsverbrauch_Dezember2015

Im Schnitt hatten wir nur vier Stunden Sonne pro Tag. Klingt wenig, aber wir hatten immer noch einen Photovoltaik-Anteil von bis zu 75 Prozent im Wärmepumpen-Strom. Die Kraft der Sonne nutzen wir das ganze Jahr, einen Winterblues hatten wir nicht!

 

Wie wirtschaftlich läuft Ihre Wärmepumpe?

Derzeit schaffen wir es, dass die LWZ so gut wie komplett über den PV-Strom läuft. Das heißt: am Tag werden das Haus und der Warmwasser-Speicher bewusst stark beheizt. Der PV-Strom reicht bei der Heizung komplett aus. Beim Warmwasser auch, solange der Verbrauch normal ist. Wenn mein Töchterchen exzessiv badet, ist der Speicher auch schon einmal am Abend relativ leer und die Luftwärmepumpe springt spätestens dann an, wenn noch jemand zusätzlich duscht – dann natürlich unabhängig des PV-Stroms.

 

Ihr Fazit nach einem Jahr Beobachtung?

Mein Fazit: Wir würden alles immer wieder genauso machen, STIEBEL ELTRON Wärmepumpen zusammen mit einer Photovoltaik-Anlage sind sehr zu empfehlen. Wir hatten im Jahr 2015 minimale Energiekosten – sprich warmes Haus und warmes Wasser für insgesamt 180 Euro brutto im Jahr. Bei einer dreiköpfigen Familie in einem Einfamilienhaus sicherlich kein schlechter Wert. Das gute Gefühl, eine umweltfreundliche Heizung im Haus zu haben und unabhängig von fossilen Energieträgern zu sein, gibt’s gratis dazu.

Auch das Zusammenspiel zwischen dem SMA Sunny Home Manager mit dem EMI von STIEBEL ELTRON hat meine Erwartungen übertroffen: Lautlos, stressfrei und trotzdem wirkungsvoll. Es sind kleine Helfer im Hintergrund, die unglaublich viel optimieren. Einfach mal selbst im eigenen Haus ausprobieren!

 

Vielen Dank!

Und Sie? Nutzen auch Sie das STIEBEL ELTRON Energiemanagementsystem EMI? Schreiben Sie uns!

Weitersagen:
Kommentare
  1. […] außerhalb der Forschung, wie das Haus von Christian Brandes in München zeigt. Bei SMA und Stiebel Eltron in den Blogs wird dieses Haus ausführlich […]

    Haus der Zukunft mit kompletter Sicht auf die Eigenversorgung
  2. Hallo Dorn,

    kurz zum Verständnis: die Heizlast ist eine Eigenschaft des Gebäudes, nicht der Wärmepumpe. Das Ergebnis der Heizlast-Berechnung ist aber maßgebend für die Dimensionierung des Wärmepumpensystems. Sowohl die Über- und Unterdimensionierung einer Wärmepumpenanlage ist unwirtschaftlich, sprich: ein Wärmepumpensystem wird immer nach dem Wärmebedarf eines Hauses geplant. Darum empfiehlt sich eine exakte Berechnung der Norm-Heizlast auf jeden Fall.

    Mein Tipp: Sie möchten wissen, wie hoch der Wärmebedarf Ihres Gebäudes ist? Mit dem STIEBEL ELTRON Heizlastrechner bekommen Sie eine erste Einschätzung. Dies geht einfach mit wenigen Klicks: Wenn der Verbrauch des Gebäudes bekannt ist, ermöglicht der Heizlastrechner eine erste Berechnung der Norm-Heizlast. Ohne Verbrauchsangaben erhalten Sie eine überschlägige Heizlastberechnung auf Basis der Daten von Wohnfläche und Baujahr für Ihr Objekt.
    Nach der Berechnung der Heizlast werden Ihnen eine Auswahl von geeigneten Produkte für Ihren Wärmebedarf empfohlen. Zum Heizlastrechner hier klicken

    Ich hoffe ich konnte Ihnen mit der Antwort helfen?

    Herzliche Grüße
    Mareike Köster

    Mareike Köster | STIEBEL ELTRON
  3. WP Auslegung

    Welche Heizlast/a/qm muss die WP im Winter leisten, für welche warme Fläche?

    Dorn
  4. […] ähnlichen Artikel über mein System findet ihr auf dem Blog von STIEBEL ELTRON: „Smart Home – so einfach […]

    Effektives Energiemanagement mit Wärmepumpe und Solarstrom | Sunny. Der SMA Corporate Blog
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