Andreas Kühl, Gastautor

KfW-Förderung in der Sanierung: Lüftungsanlage installieren, Geld kassieren

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Sanieren_KfW Förderung

Effizienz wird gefördert: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert besonders effiziente Bauprojekte – und Sanierungsmaßnahmen, die die energetische Qualität Ihres Zuhauses verbessern. Oft vergessen: die nachträgliche Installation einer Lüftungsanlagen. Unser Gastautor Andreas Kühl, Blogger bei energynet.de klärt auf.

 

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert neben Neubau-Projekten auch Bauherren, die eine Immobilie energieeffizient sanieren wollen. „Der Erfolg der Energiewende hängt maßgeblich davon ab, inwieweit Einsparpotenziale gehoben werden können“, betonte Dr. Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe, bei der Einführung der Heizungs- und Lüftungspakete. „Um für Bauherren weitere Anreize bei Energieeinsparmaßnahmen zu schaffen, führen wir nun verbesserte Investitions- und Tilgungszuschüsse für den Austausch und Einbau von Heizungs- und Lüftungsanlagen ein.“

Dabei fördert die KfW Komplettsanierungen, die zur Erreichung des Effizienzhaus-Standards führen – beim KfW-55-Effizienzhaus sind das bis zu 30.000 Euro. Das KfW-Effizienzhaus ist ein energetischer Standard. Unterschiedliche Zahlenwerte geben an, wie hoch der Jahresprimärbedarf der Immobilie in Relation zu einem vergleichbaren Neubau ist. Wie viel Geld Bauherren über die KfW erhalten, hängt dabei davon ab, welchen Effizienzhaus-Standard mit der Sanierung erreicht wird oder ob es sich um Einzelmaßnahmen handelt. Grundsätzlich gilt, je niedriger die Zahl des Effizienzhaus-Niveaus ist, desto höher ist die Energieeffizienz. Und: Je energieeffizienter das Haus wird, desto höher ist die Förderung. Analog zum Neubau wird der Jahresprimärenergiebedarf des sanierten Hauses mit dem der Anforderung an das Referenzgebäude aus der EnEV 2014 verglichen.

 

Neue Dämmung oder Fenster treffen neue Lüftungsanlage: Das Sanierungsduo zahlt sich aus

„Okay, schön und gut, aber was ist, wenn nur einzelne Bauteile des Gebäudes saniert werden?“, mögen Sie jetzt denken. Schließlich spart eine gute Dämmung an Wand und Dach sowie neue Fenster schon Energie und hält die Räume im Winter behaglich warm. Und im Sommer bleibt die Wärme draußen. Auch Einzelmaßnahmen, die die energetische Qualität des Zuhauses verbessern, werden gefördert. Viele fragen sich: „Wenn ich „nur“ die Fenster, Wand oder das Dach saniere, brauche ich dann noch ein Lüftungssystem?“ Meine Empfehlung: Ja! Denn gerade durch die Sanierungsmaßnahmen an Dach und Fenstern ist die Wohnungslüftung sehr sinnvoll. Der Grund: Die Gebäudehülle wird dichter und ein automatischer Luftaustausch findet kaum noch statt. Mindestens vier Mal am Tag durch Stoßlüften frische Luft ins Haus zu lassen ist dann häufig nicht ausreichend, bzw. schwer im Alltag umzusetzen. Trotzdem muss Frischluft rein- und Feuchtigkeit raus. Hier kommen Lüftungsanlagen ins Spiel, die ohne Komfortverlust für gute Luft im Haus sorgen.

Wer eine solche Anlage einbaut und zugleich die Gebäudehülle energetisch saniert, also zum Beispiel die Fassade dämmt, Fenster austauscht und den Wärmeverlust senkt, erhält besonders attraktive Zuschüsse: Der Staat unterstützt diese Kombilösung mit dem „Lüftungspaket“ als neuen Teil des KfW-Programms „Energieeffizient Sanieren“. Sanierer dürfen sich über einen extrahohen Investitionszuschuss in Höhe von 15 Prozent der förderfähigen Kosten freuen. Das Besondere: Auch für jede weitere Sanierungsmaßnahme, die zeitgleich durchgeführt wird, gibt’s den höheren Zuschuss.

 

Welche Maßnahmen sind beim Einbau einer Lüftungsanlage förderfähig?

Diese Sanierungsmaßnahmen werden gefördert:

  • Einbau der Lüftungsanlage, sofern die Anforderungen an die Luftdichtheit der Gebäudehülle erfüllt sind
  • Wand- und Durchbrucharbeiten
  • Luftdurchlässe
  • Maßnahmen für Außenluft- und Fortluftelement
  • Elektroanschlüsse
  • Verkleidungen
  • notwendige Putz- und Malerarbeiten (ggf. anteilig)
  • bauliche Maßnahmen am Raum für Lüftungszentrale
  • Einbau/Errichtung eines Erdwärmetauschers
  • Errichtung eines separaten, schallgedämmten Raumes zur Aufnahme der zentralen Lüftungstechnik einschl. Berücksichtigung der Erfordernisse für die regelmäßige Hygienewartung
  • Luftdichtheitsmessung
  • Inbetriebnahme, Einregulierung und Einweisung
  • Einbau einer Luftheizung bei der Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus 55

 

Grundsätzlich gilt: Jede Einzelmaßnahme verändert das Gesamtsystem „Haus“. Ein Sanierungskonzept zu erstellen und alle Sanierungsmaßnahmen optimal aufeinander abzustimmen ist da ratsam – und zeitgleich eine wichtige Voraussetzung für die Förderung. Ein zugelassener Experte für Energieeffizienz muss das Sanierungskonzept erstellen und in der Baubegleitung für eine Qualitätssicherung sorgen. Der Energieberater hilft auch die optimale Förderung zu finden, kann Ihnen sagen wie hoch die Förderung ist und hilft bei der Antragsstellung vor Sanierungsbeginn.

Die Kombilösung von Sanierungsmaßnahmen wie neue Fenster oder Dämmung plus neuer Lüftungsanlage war 2016 die häufigste KfW-Einzelförderung innerhalb des Lüftungs-Förderungspakets. Laut KfW-Statistik freuten sich 541 Bauherren über Fördergelder. Zusätzlich förderte die KfW den Einbau eines einzelnen Lüftungssystems mit Wärmerückgewinnung 386 Mal, den eines Abluftsystems 162 Mal. Gute Luft zahlt sich aus – auch in der Sanierung!

 

Wurde Ihr Sanierungsprojekt von der KfW gefördert oder planen Sie Ihr Haus fit für die Zukunft zu machen? Jetzt kommentieren!

 

Unser Gastautor Andreas Kühl

Energieblogger_Andreas_KuehlAndreas Kühl (46) ist Energieblogger der ersten Stunde. Neben Energie-Barcamps und Messe rund um Erneuerbare Energien ist er vor allem auf seinem Blog energynet.de zu Hause. Auf Twitter findet man ihn als @energynet und auch auf Instagram postet er als energynet Bilder über #energieeffizienz, #erneuerbareenergien und seine #reisen.
Für den STIEBEL ELTRON Blog hat er sich speziell zum Thema KfW-Förderung Gedanken gemacht. Wenn Sie weitere Fragen an ihn haben, schreiben Sie einfach an social.media@stiebel-eltron.de. Fragen zum Thema können Sie auch gerne in den Kommentaren hinterlassen.

 

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