Grundschule Prüfening, grünes Vorzeigeobjekt

Gute Noten für Wärmepumpen

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Schule heizt mit Wärmepumpen

Wärmepumpen drücken die Schulbank: Die Grundschule Prüfening in Regensburg ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Vorzeigeschule – vom energetischen Konzept bis hin zum begleitenden Monitoring und den daraus resultierenden Ergebnissen.

DENA Auszeichnung für Wärmepumpen-Schule„Good Practice Energieeffizienz – Durch die Deutsche Energie-Agentur zur Nachahmung empfohlen“, prangt in großen Lettern auf der Urkunde in der Eingangshalle der Grundschule Prüfening. Die Deutschen Energie Agentur (DENA) hat der Schule diese Auszeichnung verliehen. Zufrieden steht Friedrich Bachsteffel vor dem Dokument. Er ist zuständig für Energiemanagement beim Amt für Hochbau und Gebäudeservice der Stadt Regensburg, auf das Schulprojekt ist er besonders stolz: „Die Schule erhielt das Label für sein Energiemanagementsystem und die daraus abgeleiteten Effizienzmaßnahmen. Es ist der sichtbare Beweis, dass wir bei der Planung des Schulneubaus eine Menge richtig  gemacht haben müssen –  insbesondere auch durch den Einbau von zwei Wärmepumpen“, sagt er.

Schule mit Wärmepumpen: Energie für die Zukunft

 Die Sanierung der Grundschule war dringend notwendig. Das 1971 erbaute Gebäude hatte bauliche Schäden, genügte der Auslastung nicht mehr. 2007 lobte die Kommune deshalb einen Architektenwettbewerb für einen Neubau aus, dass das Kölner Büro twoo architekten mit einem Konzept von vier ‚Jahrgangshäusern‘“ mit dazwischen angelegten Dachterrassen für sich entschied.

Wärmepumpen-in-Schule_Gute-Effizienzwerte

„Im Entwurfsprozess haben wir oft an einen Bungalow gedacht: ein-, maximal zweigeschossiger Baukörper mit vier Klassenräumen, voneinander getrennt durch große Terrassen, aber, und das ist das Besondere, alle im ersten Stock angeordnet“, erinnert sich Bachsteffel. Es entstand ein Schulhaus für 400 Schüler mit einer Gebäudenutzungsfläche von rund 6.000 Quadratmetern einschließlich zweier Turnhallen. Zusätzlich wurde eine Schulkantine mit etwa 800 Quadratmetern erbaut.

Gute-Noten-für-Wärmepumpen

Die Wärmeversorgung erfolgt hauptsächlich über zwei Wärmepumpen WPF 66, welche dem Grundwasser die zum Heizen des Gebäudes notwendige Energie entziehen. Zudem besteht in den Sommermonaten die Möglichkeit, über sie die Räume zu kühlen. Eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach der Schule trägt zur Stromversorgung bei. Die Warmwasserversorgung läuft über einen Gasbrennwertkessel mit 170 Kilowatt. „Das hat sich als nicht so gut erwiesen, eine dezentrale Lösung wäre besser gewesen. Die Zirkulationsverluste sind zu hoch. Es wird einfach zu wenig Warmwasser gebraucht“, gibt Bachsteffel rückblickend zu.

Energie-Monitoring: Weniger Verbrauch dank effizienter Wärmepumpen-Technik

Um die Energieeffizienz während der Betriebsphase weiter zu optimieren, hat die Stadt zusammen mit der Energieagentur Regensburg und der Technischen Hochschule Regensburg das Projekt „Energie-Monitoring für öffentliche Gebäude in Regensburg“ gestartet, das vom Freistaat Bayern gefördert wird. Dabei werden sämtliche Energieströme kontinuierlich erfasst und dokumentiert. Unverhältnis hohe Verbräuche werden so zeitnah registriert, die Ursache ermittelt und gegengesteuert. Ein automatischer Zähler zeichnet alle Daten, wie Außentemperatur, Temperatur des Heizkessels, Verbrauch an Strom, Wasser und Gas sowie die Verteilung der einzelnen Wärmeströme auf und sammelt sie auf einem Server.

Das Ergebnis: An der Grundschule Prüfening wird heute nur noch ein Zehntel der flächen- und temperaturbereinigten Heizenergie verbraucht, die für den Schulbetrieb im Altbau nötig gewesen wäre. Das zeigen die Auswertungen, die im Rahmen des Energie-Monitorings erstellt wurden. Ein gutes Zeugnis – für Grundschule und Wärmepumpen.

Nicht nur in Schulen werden Wärmepumpen verbaut. Wo ist Ihnen zuletzt eine Wärmepumpe begegnet? Schreiben Sie uns!

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