Andreas van der Meulen, Planer mit Weitblick

Geringe Miete im hohen Alter – dank Wärmepumpe und Wohnungsstation

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Sie sind alle über 50 und leben in einer bezahlbaren, schönen Wohnung: 34 Hiltruper zeigen, dass gemeinsame Wohnen kostengünstig, effizient und umweltfreundlich sein kann. Ein Neubau-Projekt, in dem man gerne alt wird.

kostenguenstig-im-alter-wohnen„Total überzeugt“, sind die Mitglieder der eigens dafür gegründeten Hiltruper Wohnungsgenossenschaft eG von dem Wärmekonzept ihres Neubau-Projektes, in dem Wärmepumpen und Wohnungsstationen die Hauptrolle spielen. Gemeinsam wohnen, in einem effizienten Neubau, der auch im Rentenalter bezahlbar ist, das war die Idee. In Andreas van der Meulen, Geschäftsführer des Unternehmens Woge aus Münster, das sich Planung und Umsetzung von Wohnkonzepten zum Ziel gesetzt hat, fanden sie einen Partner, der kompetent und engagiert den Weg mit den Initiatoren gemeinsam ging und die Idee realisierte. Nachdem die schwierige Grundstückssuche erfolgreich beendet worden war, gründete sich die Hiltruper Wohnungsgesellschaft eG – mit anfangs gerade mal elf Mitgliedern. Seit Januar lebt Jutta Ritter, der Vorstandsvorsitzenden der Genossenschaft, in ihrer effizienten Wohnung. Mittlerweile sind alle 24 Wohnungen belegt. Eine aufregende Zeit! „Ganz wichtig war uns ein moderner, zukunftssicherer Neubau, der nachhaltig und effizient mit den Ressourcen und nicht zuletzt auch der Energie umgeht“, erklärt Jutta Richter. Deswegen fiel die Wahl bei der Heizungsanlage auf ein Wärmepumpensystem. Mit Energie aus der Umwelt heizen und Warmwasser bereiten, das hat uns überzeugt“, erzählt sie.

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Zwei Großwärmepumpen WPF40 versorgen die insgesamt knapp 2400 Quadratmeter zu beheizende Fläche, nahezu komplett als Fußbodenheizung konzipiert. Die Energie dafür kommt aus der Erde:planer-van-der-meulen-realisiert-bauvorhaben-mit-weitblick „Es wurde verteilt über das gesamte Grundstück 14 Bohrungen, jeweils etwa 130 Meter tief“, erklärte Andreas von der Meulen, der mit seiner Firma P+S Planung und Schlüsselfertigbau GmbH auch als Generalunternehmer für die Neubaurealisierung verantwortlich war. Die Bohrungen wurden genehmigt, obwohl die Bauvorhaben innerhalb eines Wasserschutzgebietes (Wasserschutzzone 3) realisiert wurde – „dafür geht ein Lob an die Stadt Münster“, so der Experte. Die Planung der Haustechnikübernahm das Ingenieurbüro Liebezeit aus Duisburg. Innerhalb jeder Wohnung wird die Wärme von der Heizungsanlage an das jeweilige Heizverteilsystem und das Trinkwarmwasser erst in der Wohnung selbst erwärmt wird – und auch nur dann, wenn tatsächlich warmes Wasser gezapft wird. Es wurde also eine dezentrale Versorgung über eine zentrale Anlage realisiert. Damit ist eine Legionellenproblematik ausgeschlossen, und die Abrechnung ist äußerst komfortabel: Ein Wärmemengenzähler innerhalb der Wohnungsstation hält die Menge der übergebenen Energie fest.

Die Energiewerte aus dem Energieausweis für das Effizienzhaus 70 sind hervorragend. Dafür sorgen zum einen die Erdwärme-Heizungsanlage, zum anderen sind alle Wohnungen mit dezentralen Be- und Entlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. So beträgt der Energiebedarf laut Energieausweis nur 18,3 kWh/8m3a) – was zu einer Einstufung des Gebäudes in die Effizienzklasse A+ führt. Doch die Initiatoren haben noch nicht genug: „Gegebenenfalls kommt noch eine Photovoltaikanlage auf das Dach, so dass wir auch den Strom selbst produzieren“, sagt Hubertus Henze, Mitglied des Vorstandes der Genossenschaft.

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Regelmäßig haben sich nicht nur der Vorstand, sondern auch andere Mitglieder der Genossenschaft über den Fortschritt der Planungen und später dann Bauarbeiten unterrichtet: „Es gab zahlreiche Sitzungen und Besprechungen, von Anfang an wurden alle Entscheidungen gemeinsam getroffen“, so Andreas van der Meulen über die Zusammenarbeit mit der Genossenschaft. „Das war für alle Beteiligten eine große Herausforderung und sehr arbeitsintensiv, aber letztlich hat all das zu dem Gelingen des Projektes beigetragen. Es haben alle an einem Strang gezogen.“

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Den Gründungsmitgliedern der Hiltruper Wohngenossenschaft eG war es wichtig, über die gewählte Architektur sowohl das Gemeinschaftsgefühl zu stärken als auch Freiräume für die Privatsphäre zu schaffen. Verwirklicht wurden drei zweigeschossige Baukörper, die insgesamt 24 Wohnungen beherbergen, zwischen 50 und 133 Quadratmeter groß. Die unterschiedlichen Größen der Wohnungen werden auch den unterschiedlichen Ansprüchen der zukünftigen Bewohner gerecht. Dabei müssen alle Bewohner eine Grundvoraussetzung erfüllen. Es gilt ein Mindestalter von 50 Jahren.

leben-im-alter-mit-waermepumpeAlle Wohnungen verfügen über großzügige Balkone bzw. Terrassen. Durch die beiden zentralen Wohnhöfe wird die grüne Lage der Wohnanlage verdeutlicht. Der komplette Neubau wurde barrierefrei errichtet. Van der Meulen: „Eine weitere Zielsetzung war eine kommunikationsfördernde Architektur. Sie sollte Anonymisierung entgegenwirken, Begegnungen der Bewohner untereinander fördern und den steigenden Sicherheitsaspekten im Alter gerecht werden. Hier fiel die Entscheidung auf vorgelagerte breite Laubengänge zur Erschließung der einzelnen Wohnungen.“ Im Erdgeschoss des mittleren Hauses wurden Gemeinschaftsräume eingerichtet, zudem gibt es Gästewohnung, die kurzzeitig gegen Entgelt genutzt werden kann. Das Konzept funktioniert und kommt gut an: Insgesamt 34 Bewohner leben in den 24 Wohnungen. Die Genossenschaft hat mittlerweile 46 Mitglieder und führt bereits eine Warteliste für die Wohnungen. Mit einer Kaltmiete von neun Euro pro Quadratmeter und mit Nebenkosten, die dank der energetisch nachhaltigen Systemlösungen mit Lüftungs- und Wärmepumpenanlage vergleichsweise gering sind, ist eine weitere Forderung der Genossenschaft ebenfalls erfüllt worden: bezahlbaren Wohnraum auch bis ins hohe Alter zu sichern und dem Trend der hohen Neubaumieten in Münster entgegenzuwirken.

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