Energieblogger-Aktion, #EEG2016 #Fragwürdig

Erneuerbare Energien Gesetz: STIEBEL ELTRON fragt, Politiker antworten

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Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird derzeit viel im Web und auf dem Barcamp Renewables diskutiert, die Energieblogger gründeten sogar die Aktion #EEG2016 #Fragwürdig. Gefragt werden Fachleute und Politiker zu Aspekten des neuen EEG, die den Energiebloggern fragwürdig erscheinen. Auch STIEBEL ELTRON hat nachgefragt. Ein Rückblick.

 

Ein #EEG2016-Gespräch mit dena-Geschäftsführer Andreas Kuhlmann

Andreas Kuhlmann, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena) tauschte sich im August diesen Jahres mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung Rudolf Sonnemann und den beiden Geschäftsführern Dr. Nicholas Matten und Dr. Kai Schiefelbein im STIEBEL ELTRON Energy Campus zu aktuellen energiepolitischen Themen aus.

 

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Der Vorsitzende der Geschäftsführung Rudolf Sonnemann (2.v.l.) sowie die beiden Geschäftsführer Dr. Nicholas Matten (li.) und Dr. Kai Schiefelbein (re.) begrüßten den Energieexperten Andreas Kuhlmann in Holzminden.

 

Dabei zeigte sich, dass man in vielen Dingen ähnlicher Meinung ist – wie beispielsweise beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): „Das EEG hat sich von einem Innovationsförderungsgesetz zu einem Innovationsverhinderungsgesetz gewandelt“, meinte Andreas Kuhlmann. Dr. Kai Schiefelbein wies darauf hin, dass angesichts der Energiepreisentwicklung in den vergangenen Jahren immer noch „mehr Ölheizungen als Wärmepumpen in Deutschland installiert wurden. Bezogen auf den Wärmesektor hat sich das EEG als bestes Öl- und Gasbrennerförderprogramm erwiesen, dass man sich denken konnte.“ Und Dr. Nicholas Matten ergänzte: „Die, die eigentlich einen Bonus haben müssten, weil sie Systeme nutzen, die ein Höchstmaß an erneuerbaren Energien einkoppeln – Wärmepumpennutzer zum Beispiel – müssen mit der EEG-Umlage beim Strompreis dagegen sogar einen Malus hinnehmen. Die Regierung versäumt es seit Jahren, zu handeln und die EEG-Umlage gerecht auf alle Energiearten, also auch auf Öl und Gas, zu verteilen.“ Konträr diskutierten die Gesprächsteilnehmer die zeitliche Perspektive des  Themas „Elektrifizierung“. Kuhlmann erklärte, er bezweifele, dass in Deutschland bis 2050 eine rein elektrische Gesellschaft möglich wäre. Die STIEBEL ELTRON-Vertreter sehen das anders: „Es müssen so schnell wie möglich alle Anstrengungen unternommen werden, um weiterhin die Chance zu haben, dieses Ziel zu erreichen“, so Rudolf Sonnemann.

 

Ein #EEG2016-Gespräch mit Bernd Westphal (SPD)

Auch der Bundestagsabgeordnete Bernd Westphal, Sprecher der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Energie der SPD-Bundestagsfraktion, besuchte STIEBEL ELTRON im September im Energy Campus in Holzminden, um die Herausforderungen der Energiewende zu diskutieren und Lösungsansätze zu finden. Während des Besuchs stellte besonders die Finanzierung der Energiewende Diskussionspotential dar. Der große Unterschied zwischen Strompreis und den Preisen für Heizöl und Gas müsse eliminiert werden, waren sich alle Teilnehmer einig. Rudolf Sonnemann, Vorstand der Geschäftsführung, machte deutlich, dass aktuell praktisch Öl und Gas gefördert werden, während „der Strompreis durch die EEG-Umlage und zusätzliche Steuern deutlich erhöht wird“. Diesen Punkt nehme Westphal mit nach Berlin, versprach er.

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SPD-Bundestagsabgeordneter Bernd Westphal (2.v.l.) zu Besuch im STIEBEL ELTRON Energy Campus: Mit Holger Thamm, Leiter Verbandsarbeit, Rudolf Sonnemann, Vorsitzender der Geschäftsführung und Daniel Arok, Referent Verbandsarbeit (v.l.n.r.), tauschte er sich zur Energiewende aus.

 

Doch auch die Erzeugung erneuerbarer Energien ist eine Herausforderung. Westphal ist sich sicher: „Dezentral können wir dabei viel mehr erreichen. Dazu muss natürlich noch intensiver der Verbrauch mit der Erzeugung synchronisiert werden – Sektorkopplung ist hier ein Stichwort: Elektrizität, Wärmeerzeugung und auch den Verkehr muss man als eine vernetzte Energiewirtschaft sehen.“ STIEBEL ELTRON Produkte können hierzu einen Beitrag leisten, wie auch Westphal während seiner Führung durch den Energy Campus feststellte.

 

#EEG2016-Gespräch mit den Energieexperten der CDU-Fraktion

Eine weitere Gelegenheit zum Austausch bot im September das parlamentarischen Frühstück in Berlin: Rudolf Sonnemann, Vorsitzender der Geschäftsführung, sprach mit Energieexperten der CDU-Fraktion über die Energiepreisgestaltung, bei dem auch STIEBEL ELTRON seine Position darstellen konnte. Sonnemann betonte, dass eine weitere Elektrifizierung der Energieversorgung die einzige Chance sei, die beschlossenen Klimaziele zu erreichen. „Leider sind aber die fossilen Energieträger im Moment komplett entkoppelt von der Finanzierung der Energiewende – da muss dringend eine Änderung erfolgen.“

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Neben zahlreichen weiteren Abgeordneten war auch Christian Haase (li.), CDU-Abgeordneter für den an Holzminden angrenzenden Landkreis Höxter-Lippe zum energiepolitischen Frühstück in Berlin mit STIEBEL ELTRON erschienen – wie auch (v.r.n.l.) Thomas Bareiß (Energiepolitischer Sprecher der CDU), Rudolf Sonnemann, Vorsitzender der Geschäftsführung von STIEBEL ELTRON, und Professor Dr. Klaus Töpfer.

 

Prof. Dr. Klaus Töpfer argumentierte weiter: „Völlig unabhängig davon, dass STIEBEL ELTRON mit seiner Wärmepumpentechnik ein beispielgebendes Unternehmen dafür ist, wie die Sektorkopplung gemacht werden kann, bin ich der festen Überzeugung, dass wir dringend die Kosten der Energiewende anders verteilen müssen. Deshalb mein Denkanstoß: Lassen Sie uns die EEG-Umlage auf alle Energieträger verteilen. Schließlich profitieren in Zukunft alle von einem Umbau des Energiesystems, der nur von einem kleinen Teil – nämlich denen, die jetzt schon auf die Elektrifizierung setzen – bezahlt werden muss.“

Der ehemalige Umwelt- und Bauminister warnte davor, die Klimaschutzziele über eine Verleugnung des Problems zu verwässern: „Ich habe große Sorge, dass Wissenschaft nicht mehr ernst genommen wird. Wir sollten viel stärker kommunizieren, dass ein Handeln für mehr Klimaschutz keine Belastung ist, sondern eine riesige Chance!“ Den Einwand, dass viele Bürger die aktuelle Politik in diesem Bereich nicht nachvollziehen können, ließ Töpfer nicht gelten: „Das genau ist ja das politische Geschäft: Notwendige Umbrüche mehrheitsfähig machen.“ Er wies darauf hin, dass Deutschland längst nicht alleine sei auf seinem klimapolitischen Weg – international gebe es zahlreiche Länder, die ähnlich handelten. „Das ist ja auch wichtig“, so der Experte, „denn die Klimaschutzaktivitäten haben sich von einer Notwendigkeit, um die Umwelt lebenswert zu erhalten, zu einem Business Case gewandelt – es geht auch um die Stärkung der Marktwirtschaft!“

Haben auch Sie Fragen an Fachleute und Politiker zum Thema EEG? Dann machen Sie mit bei der Blogger-Aktion #EEG2016 #Fragwürdig. Alle Infos gibt es auf der Energieblogger-Website. Zur #EEG1016-Aktion

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Kommentare
  1. Hallo Frau Eisinger,
    danke fürs Feedback! Wir haben den Link korrigiert, jetzt sollten Sie zur Energieblogger-Seite kommen.

    Herzliche Grüße
    Mareike Köster

    Mareike Köster | STIEBEL ELTRON
  2. Link funktioniert nicht

    Der Link am Ende des Artikel funktioniert nicht: Zur #EEG2016-Aktion –> https://www.energieblogger.net/EEG2016 –> HTTP-FEHLER 404 – Dokument nicht gefunden!

    M.Eisinger
  3. Hallo Andreas,

    danke! Freu mich über dein Feedback. Die Diskussionen in den Sessions auf dem Barcamp Renewables waren richtig klasse und haben mich zu vielen Blog-Stories inspiriert! Hat Spaß gemacht und hoffe auf weitere interessante Gesprächen mit euch.
    Toll, dass es euch Energieblogger gibt – und wichtig, weil ihr in euren Blogs und im Social Web auf Themen rund um die Energiewende aufmerksam macht und Tipps gebt. Wir sind dabei und bloggen für die Energiewende mit!

    Viele Grüße
    Mareike Köster | STIEBEL ELTRON

    Mareike Köster | STIEBEL ELTRON
  4. Fokusierung auf Stromwende

    Es ist sehr gut, dass Stiebel Eltron, wenn auch aus Eigeninteresse, die Diskussion vorantreibt zur kompletten Sicht auf die Energiewende. Bisher wird, auch von den Interessenvertretern der Energiewende, fast nur auf die Stromerzeugung geschaut. Entscheidend ist aber der Verbrauch, wie der mit erneuerbaren Energien gestaltet werden kann und zwar bei Wärme, Kälte, Mobilität und Strom. Auch beim angesprochenen Barcamp Renewables und bei den Energiebloggern steht der Fokus noch zu sehr auf erneuerbarem Strom. Das muss sich ändern.

    Ich hoffe, dass Stiebel Eltron künftig die Energieblogger verstärken wird und eine andere Sichtweise einbringen wird. Ob es die Lösung ist für die Energiewende weiß ich nicht. Der Vorschlag die EEG-Umlage auf alle Energieträger aufzuteilen, ist aber deutlich fortschrittlicher und vorausschauender als das EEG von 2002 zurück zu fordern. Was ich bisher von Stiebel Eltron gehört habe, sieht nach einer umfassenderen Lösung als, als andere sie bieten.

    Andreas
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